Psoriasis (Schuppenflechte) behandeln München - Dr. v. Bayern

Was ist Schup­pen­flechte (Pso­ria­sis) ei­gent­lich?

Bei der Schup­pen­flechte oder auch Pso­ria­sis (alt­grie­chi­sch psora = Krätze, da die Er­kran­kung im Al­ter­tum irr­tüm­li­cher­weise mit der Krätze gleich­ge­setzt wurde), ha­ben wir es mit ei­ner sehr häu­fi­gen, nicht an­ste­cken­den Haut­krank­hei­ten zu tun. In Deutsch­land sind etwa 2 Mil­lio­nen Men­schen von Pso­ria­sis be­trof­fen. Da­bei han­delt es sich um eine chro­ni­sche Haut­krank­heit, die auch durch akute Schübe ge­kenn­zeich­net ist. Ty­pi­scher­weise zei­gen sich röt­li­che, ent­zün­dete Herde auf der Haut mit silb­rig-wei­ßer Schup­pung (so­ge­nannte Plaques), die sich scharf von der ge­sun­den Haut ab­gren­zen, nicht schmer­zen son­dern eher mit hef­ti­gem Juck­reiz ver­bun­den sind. Pso­ria­sis-Plaques tre­ten be­vor­zugt an be­stimm­ten Kör­per­stel­len wie El­len­bo­gen, Knie, Bauch­na­bel und Anal­falte auf, wo­bei die be­haarte Kopf­haut am häu­figs­ten be­trof­fen ist. Wenn Sie an Pso­ria­sis lei­den, ist es wich­tig, zu wis­sen, dass ver­schie­dene Be­schwer­den mit der Krank­heit in Ver­bin­dung ste­hen kön­nen. Auch an­dere Or­gane als die Haut wie Ge­lenke, Au­gen, Darm und Herz-Kreis­lauf­sys­tem kön­nen bei schwe­ren For­men in Mit­lei­den­schaft ge­ra­ten, wes­halb die Pso­ria­sis keine reine Haut­krank­heit ist.

Die Ur­sa­che der Pso­ria­sis ist bis­lang noch nicht voll­stän­dig ge­klärt und scheint mul­ti­fak­t­o­ri­ell zu sein. Ne­ben ei­ner erb­li­chen Ver­an­la­gung konn­ten viel­fäl­tige Aus­lö­se­fak­to­ren wie In­fek­tio­nen, Stress und Me­di­ka­mente nach­ge­wie­sen wer­den, die eine Pso­ria­sis erst­mals zum Aus­bruch brin­gen oder ei­nen neuen Schub aus­lö­sen.

Was pas­siert mit der Haut, wenn man Pso­ria­sis hat?

Ver­än­de­run­gen des Im­mun­sys­tems sind ein wich­ti­ger Be­stand­teil der Er­kran­kung. Die Zell­tei­lung der Horn­zel­len (Ke­ra­ti­no­zy­ten) in der oberen Haut­schicht (Epi­der­mis) wird durch ent­zünd­li­che Im­mun­re­ak­tio­nen stark be­schleu­nigt. Es kommt zu ei­nem über­mä­ßi­gen, un­kon­trol­lier­ten, da­bei aber gut­ar­ti­gen Wachs­tum der obers­ten  Zell­schicht in der Ober­haut. Be­nö­ti­gen diese Zel­len nor­ma­ler­weise etwa 28 Tage, um von der un­ters­ten Epi­der­mis­schicht zur Haut­ober­flä­che zu ge­lan­gen, dau­ert die­ser Vor­gang in ei­nem Pso­ria­sis-Hautherd nur drei bis vier Tage. Da­durch wird die Haut stark über­for­dert und es ent­ste­hen un­zäh­lige win­zige Haut­schup­pen, die auf ent­zünd­lich ge­rö­te­ten Haut­be­rei­chen sit­zen. Ne­ben dem da­mit ver­bun­de­nen star­ken Juck­reiz sind diese Pro­zesse na­tür­lich auch mit er­heb­li­chen Stö­run­gen der Haut­äs­the­tik und der kör­per­li­chen Er­schei­nung ver­bun­den.

Die Pso­ria­sis kann sehr un­ter­schied­li­che For­men und Schwe­re­grade an­neh­men

In der Haut­heil­kunde wer­den ver­schie­dene For­men der Pso­ria­sis un­ter­schie­den. Bei Be­trof­fe­nen mit Pso­ria­sis vom Typ1 tre­ten er­ste Hau­t­er­schei­nun­gen meist vor dem 40. Le­bens­jahr auf, wäh­rend Pa­ti­en­ten mit Pso­ria­sis vom Typ 2 erst ab ei­nem Le­bens­al­ter von 40 oder mehr Jah­ren ty­pi­sche Haut­ver­än­de­run­gen zei­gen. Bei der Pso­ria­sis vul­ga­ris, der ge­wöhn­li­chen und weit ver­brei­te­ten Krank­heits­form, gibt es un­ter­schied­li­che Aus­prä­gun­gen. Man­che Pa­ti­en­ten ha­ben nur sehr kleine, punkt­ar­tige Herde mit Schup­pen­flechte an der Haut und bei an­de­ren brei­ten sich Pso­ria­sis-Herde sehr stark aus und flie­ßen zu gro­ßen Flä­chen land­kar­ten­ar­tig zu­sam­men. Grund­sätz­lich kann die Schup­pen­flechte an al­len Kör­per­stel­len vor­kom­men und sich über die ge­samte Haut des gan­zen Kör­pers aus­brei­ten (so­ge­nannte pso­ria­ti­sche Ery­thro­der­mie). An­dere wie­derum zei­gen eine lo­ka­li­sierte Be­tei­li­gung le­dig­lich der Fin­ger und Fuß­nä­gel mit so­ge­nann­ten Tüp­fel­nä­geln und Öl­fle­cken oder des be­haar­ten Kop­fes. Ne­ben der Pso­ria­sis vul­ga­ris tre­ten auch spe­zi­fi­sche Krank­heits­bil­der der Schup­pen­flechte auf, zum Bei­spiel die Pso­ria­sis-Ar­thri­tis, bei der die Ge­lenke und Seh­nen­an­sätze ein­be­zo­gen sind. Manch­mal kön­nen sol­che Rheuma ähn­li­chen Ge­lenk­be­schwer­den den Hau­t­er­schei­nun­gen bei Pso­ria­sis so­gar vor­aus­ge­hen. Eine wei­tere Krank­heits­form ist die Pso­ria­sis pus­tu­losa, die mit ei­ner Bläs­chen- und Pus­tel­bil­dung zu­meist an Hand- und Fuß­flä­chen ver­bun­den ist

Ne­ben der Haut kön­nen auch das Herz-Kreis­lauf- Sys­tem und Stoff­wech­sel­vor­gänge  in das Krank­heits­ge­sche­hen bei Pso­ria­sis ein­be­zo­gen sein. Herz­in­farkt, ko­ro­nare Herz­krank­heit und Athe­ro­skle­rose ge­hö­ren zu den Herz-Kreis­lauf-Er­kran­kun­gen, für die Men­schen mit Pso­ria­sis ein er­höh­tes Ri­siko ha­ben. Auch das me­ta­bo­li­sche Syn­drom, bei dem Ver­än­de­run­gen be­stimm­ter Blut­fett­werte, Blut­hoch­druck, Über­ge­wicht so­wie eine Stö­rung des Zu­cker­stoff­wech­sels auf­ein­an­der tref­fen, zeigt sich häu­fi­ger in Ver­bin­dung mit Schup­pen­flechte.

Die Aus­prä­gung der Schup­pen­flechte hängt von zahl­rei­chen mög­li­chen Aus­lö­sern ab

Auch wenn die Schup­pen­flechte letzt­lich auf ei­ner ent­spre­chen­den erb­li­chen Ver­an­la­gung ba­siert, wird die Er­kran­kung durch viel­fäl­tige in­ner­li­che und äu­ßer­li­che Fak­to­ren ge­trig­gert oder in ih­rem Ver­lauf be­ein­flusst.

Als häu­fig vor­kom­mende Ur­sa­chen für die Aus­lö­sung von Pso­ria­sis ha­ben wis­sen­schaft­li­che Un­ter­su­chun­gen ne­ben Strep­to­kok­ken­in­fek­ten wie der Man­del­ent­zün­dung noch wei­tere Ent­zün­dungs­herde, etwa am Mit­tel­ohr, an Zäh­nen, Na­sen­ne­ben­höh­len, Ma­gen oder Darm iden­ti­fi­ziert. Das Feld der wei­te­ren po­ten­zi­el­len Aus­lö­ser ist weit ge­fä­chert und reicht von Ver­let­zun­gen, Son­nen­brand, Stoff­wech­sel­stö­rung und Hor­monschwan­kung bis zur Ne­ben­wir­kung von Me­di­ka­men­ten. Auch äu­ßer­lich rei­zende Ma­te­ria­lien in der Be­klei­dung, All­er­gene, psy­chi­sche Be­las­tun­gen und kli­ma­ti­sche Reize müs­sen in die­sem Zu­sam­men­hang be­rück­sich­tigt wer­den.

Ich bin für Sie da: mit fo­kus­sier­ter Dia­gnos­tik ebenso wie mit be­währ­ten The­ra­pien

Die fun­dierte dia­gnos­ti­sche Be­stim­mung der Schup­pen­flechte ist der er­ste ent­schei­dende Schritt zur nach­hal­ti­gen Lin­de­rung. Denn oft äh­neln Pso­ria­sis-Sym­ptome auf der Haut an­de­ren Haut­krank­hei­ten und ma­chen es da­mit schwer, zur spe­zi­fi­schen Be­hand­lungs­pla­nung für den ein­zel­nen Pa­ti­en­ten zu ge­lan­gen.

Des­halb schaffe ich mit sorg­fäl­ti­ger dia­gnos­ti­scher Ab­klä­rung zu­nächst die so­lide Grund­lage, um the­ra­peu­ti­sche Maß­nah­men für das Lin­dern und Ab­hei­len der Sym­ptome zu er­grei­fen.

Pso­ria­sis ist nicht ein­fach nur eine äs­the­ti­sche Stö­rung der Haut  son­dern eine chro­ni­sche, le­bens­lange Er­kran­kung der Haut, die auch zu schwe­ren psy­chi­schen und so­zia­len Be­ein­träch­ti­gun­gen füh­ren kann. Sie sollte da­her mit ge­eig­ne­ten, wirk­sa­men und si­che­ren Me­di­ka­men­ten be­han­delt wer­den. Grund­sätz­lich kann die Schup­pen­flechte nicht voll­stän­dig ge­heilt wer­den. Ich kann Ih­nen aber en­ga­giert da­bei hel­fen, akute Krank­heits­pha­sen zu ver­kür­zen und ab­zu­mil­dern so­wie neue Pso­ria­sis-Schübe zu un­ter­bin­den.

Da­für kom­men pfle­gende Sal­ben, Cremes, Lo­tio­nen, Sham­poos und Ba­de­zu­sätze in Be­tracht; au­ßer­dem Me­di­ka­mente, die das Zell­wachs­tum der Haut ver­zö­gern oder be­stimmte über­schie­ßende Re­ak­tio­nen des Im­mun­sys­tems hem­men. Meist ver­bes­sern sich die Sym­ptome in­ner­halb we­ni­ger Wo­chen, wo­bei je­der Pa­ti­ent un­ter­schied­lich schnell und gut auf die The­ra­pie an­spricht. Der Ein­satz so­ge­nann­ter Schup­pen­flechte-Bio­lo­gika in den ver­gan­ge­nen Jah­ren ist ein Mei­len­stein in der Be­hand­lung der Pso­ria­sis. Bio­lo­gika sind bio­tech­no­lo­gi­sch her­ge­stellte Me­di­ka­mente, meis­tens spe­zi­elle Ei­weiß­stoffe (Pro­te­ine), die den na­tür­li­chen An­ti­kör­pern un­se­rer Kör­per­ab­wehr glei­chen und die fehl­ge­lei­tete Ab­wehr­re­ak­tio­nen be­son­ders ziel­ge­nau be­ein­flus­sen. Sie sind für die Be­hand­lung von mit­tel­schwe­ren bis schwe­ren Krank­heits­ver­läu­fen zu­ge­las­sen. Schup­pen­flechte-Bio­lo­gika ha­ben sich in Stu­dien als hoch­wirk­same Arz­nei­mit­tel er­wie­sen. Sie kön­nen eine an­nä­hernde Sym­ptom­frei­heit und in ei­ni­gen Fäl­len auch eine kom­plette Sym­ptom­frei­heit er­rei­chen. Bei gu­ter Ver­träg­lich­keit und re­gel­mä­ßi­gen Kon­troll­un­ter­su­chun­gen beim Der­ma­to­lo­gen kön­nen sie als Dau­er­be­hand­lung an­ge­wen­det werden.Als wei­tere mög­li­che Be­hand­lun­gen kön­nen wir auf die Pho­to­the­ra­pie, die Photo-Sole-Be­hand­lung und wei­tere spe­zia­li­sierte The­ra­pie­for­men wie die PUVA-Be­hand­lung, die La­ser-The­ra­pie und na­tur­heil­kund­li­che Ver­fah­ren set­zen. Nicht zu­letzt soll­ten im in­di­vi­du­ell maß­ge­schnei­der­ten Be­hand­lungs­plan bei Schup­pen­flechte aber auch im­mer die Be­trach­tung see­li­scher Vor­gänge, Er­näh­rungs­be­ra­tung und ge­sunde Le­bens­füh­rung im Fo­kus ste­hen.